Widerrufliche Gratiseinwilligung | Links, 28.10. 2014

1. Internetseiten dürfen Youtube-Videos einbetten
(Achim Sawall, Süddeutsche.de)
Gott sei Dank, der EuGH fällt durch eine weise Entscheidung auf.

2. Einfach mal bei der VG Media anfragen
(Michael Schmalenstroer, schmalenstroer.net)
Michael Schmalenstroer möchte von der VG Media auch eine „widerrufliche Gratiseinwilligung“ für seine geschichtswissenschaftliche Zeitungsschau.

Schmalenstroer:
„Das ist jetzt das völlige Desaster: Zuerst versucht man ein Gesetz zu schaffen, mit dem man Google zur Zahlung verpflichten will. Damit richtet man einen riesigen Flurschaden unter kleineren Suchmaschinen und Aggregatoren an, schafft eine enorme Rechtsunsicherheit und poltert massiv gegen den “Monopolisten Google”. Und dann gibt man ihm ein Gratisnutzungsrecht und will Geld von kleinen Suchmaschinen, die nicht die Marktmacht von Google haben. Das ist das totale Desaster.“

3. Das 35-Millionen-Lächeln: Ein halbes Jahr im Leben des ResearchGate-Gründers Ijad Madisch
(Jakob Vikari, Wired)
Ich bin immer ein bisschen skeptisch, wenn Leute in Porträts so übermäßig gehypt werden. So manchem Journalisten gehen dann schnell die Pferde durch. In diesem Falle war ich trotzdem geneigt zu glauben, dass Ijad Magisch der Tausendsassa ist, als der er uns hier verkauft wird.

4. Bay Area Disrupted
(WDR 3)
Der WDR hat mit Pageflow ein großartiges Tool fürs moderne Storytelling entwickelt. In dieser Geschichte werden die himmelschreienden sozialen Unterschiede im Großraum San Francisco sehr eindringlich vor Augen geführt. Dass die Verdrängungsmacht des Silicon Valley sich so krass in SF auswirkt, hätte ich nicht vermutet.

5. So sehr hat sich Berlin seit 1990 verändert
(Buzzfeed)
Vorher-Nachher-Bilder könnte ich mir den ganzen Tag anschauen.

6. Kebekus parodiert Helene Fischer: Atemlos
(Youtube)
Parodien dieser Art finde ich immer so mittellustig, seit Oliver Kalkofe sich vergebens an den Zombies der Volksmusik abarbeitet. Es bringt irgendwie nichts. Trotzdem halte ich Karoline Kebekus für einen Solitär in der deutschen Comedy- und Fernsehnasen-Szene. Deutsche Medien bezeichnen sie gern als „zotig“, ich würde sie eher derb nennen, aber auf eine durchaus originelle Art.