Tolans Sprechstunde

Der Dortmunder Physiker Metin Tolan ist ein meinungsfreudiger Querdenker. Er ist bekannt für seine mitreißenden Vorträge über James Bond, Star Trek oder Fußball. Für seine großartige Vermittlung von Wissenschaft erhielt er im vergangenen Jahr den renommierten „Communicator-Preis“ der Deutschen Forschungsgemeinschaft und des Stifterverbandes. Er hat es einfach raus, Forschung spannend und witzig zu verpacken.

Ich hatte vor ein paar Wochen Gelegenheit, Metin Tolan vor der Kamera zu interviewen. In zwei Stunden haben wir eine ganze Reihe hochschul- und wissenschaftspolitischer Themen durchgesprochen. Es ging um gute Hochschullehre, um Open Access und die Verlage, um Karrierepromotionen und Plagiate, um das umstrittene Verhältnis von Wirtschaft und Wissenschaft, um die Aufgaben von Wissenschaftsjournalismus oder um die Frage, ob die USA wirklich das gelobte Land für Forscher sind.

Für den Interviewer ist Metin Tolan ein seltener Glücksfall: Er braucht nur ein paar Stichworte und schon beginnt er, das Thema engagiert, witzig und äußerst präzise einzukreisen. Man hört ihm gerne zu, er schafft es, einen unmittelbar in seinen Bann zu ziehen. Er spricht immer Klartext, auch auf die Gefahr hin, sich unbeliebt zu machen. Das ist eine Eigenschaft, die gerade unter Wissenschaftlern nicht so weit verbreitet ist. Aber gerade das macht ihn so interessant.

Gute Forscher, gute Lehrer
Der erste Clip aus diesem Gespräch ist nun online. Es geht darin um die Frage, was eigentlich einen guten Hochschullehrer ausmacht: Ist es wirklich die vielzitierte „Lehrerfahrung“? Oder steckt nicht viel mehr Lehrpotenzial in jungen, noch hungrigen Hochschullehrern, die sich noch beweisen wollen? Für Tolan besteht ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen guter Lehrleistung und guter Forschung. Gleichwohl sei es notwendig, dass Hochschulen die Leistungen ihres Lehrkörpers evaluierten, um auf diese Weise sanften Druck auf jene auszuüben, denen die Lehre zur reinen Routine geworden sei. Anders ginge es wohl nicht, meint Tolan, denn auch schlechte Hochschullehrer brauchen dienstrechtliche Konsequenzen nicht zu befürchten.

Die voraussichtlichen Erscheinungstermine von „Tolans Sprechstunde“ sind
(auf dem Youtube-Kanal des Stifterverbandes):

12. Mai 2014: Gute Lehrer, gute Forscher
19. Mai 2014: German Angst und Wissenschaftsjournalismus
26. Mai 2014: Open Access und die Verlage
02. Juni 2014: Universitäten und die Wirtschaft
16. Juni 2014: Amerika, hast Du es besser?
23. Juni 2014: Nachwuchs und Wertschöpfung
30. Juni 2014: Promotion und Karriere