Ronny-Dichte | Links, 2.10. 2014

Das geteilte Land 〉 ZEIT online
So macht Storytelling Spaß. Interessantes Grafik-Material, gute Videos, nicht zu viel Text. Und dann noch eine Grafik zur Ronny-Dichte im Osten Deutschlands: Chapeau!

Verlage empört: Jetzt will Google nicht mal mehr ihr Recht verletzen! 〉 Stefan Niggemeyer
Was für Leute arbeiten eigentlich in unseren Verlagen?

Von Netflix den Spiegel vorgehalten 〉 genrefilm.net
Starker Text zur Frage, ob und wie deutsche Filmstoffe jemals internationales Format erlangen können.

„Deutsche Autoren und Filmemacher diskutieren nicht erst nach der aktuellen Netflix-Klatsche, ob in Deutschland überhaupt genug Handwerk und Übung vorhanden ist, auf internationalem Serienniveau mitzuspielen. »Ich fürchte, dass viele deutsche Produzenten und Autoren, die durch die Mühlen der deutschen TV-Produktion gegangen sind, gar nicht mehr in der Lage sind zu verstehen, was für Netflix internationales Appeal aus macht«, meint Axel Ricke, Regisseur des Sci-Fi-Kurzfilms D-I-M, Deus In Machina (2007) und Produzent bei Lumatik Film. Auch Autor Stephan Greitemeier glaubt: »Die degetoisierten Produzenten sind das Nadelöhr. Sie arbeiten mit degetoisierten Lohnschreibern zusammen, denen zwanzig Jahre Fernsehmarkt jede Innovationskraft ausgepresst haben. Es ist schon bestürzend: Da haben wir nette, clevere Leute, oft mit gutem Geschmack – aber das System hat viele festgefahren und mutlos gemacht.«“

Über TV-Serien

 

Walter White (by Andrés Piombo)

Walter White (by Andrés Piombo)

Jesse Pinkmann (by Andrés Piombo)

Jesse Pinkmann (by Andrés Piombo)

Gus Fringe (by Andrés Piombo)

Gus Fringe (by Andrés Piombo)

Hector Salamanca (by Andrés Piombo)

Hector Salamanca (by Andrés Piombo)

 

 

 

 

US-amerikanische Serien stehen zurzeit hoch im Kurs. Alle Welt schwärmt von „Homeland“, „Boardwalk Empire“ oder „The Big C“. Zu Recht, denn im Gegensatz zur oftmals recht mageren deutschen Serienkost findet der anspruchsvollere Zuschauer in diesen Serien großartige Plots, vielschichtige und oftmals widersprüchliche Charaktere, und vor allem technische Umsetzung auf Kinoniveau.

Neben den USA machen auch die Briten mehr und mehr von sich reden: „Downton Abbey“ ist eine hinreißende britische Kostümdramaserie, die jetzt schon in die dritte Staffel geht. Davon kann man ebenso wenig genug bekommen, wie von der fantastisch inszenierten Wiederauflage des Sherlock-Holmes-Mythos durch die BBC mit dem grandiosen Benedict Cumberbatch als Holmes und „Hobbit“ Martin Freeman als Watson.

Das großartige angelsächsische Serienangebot wurde jüngst nochmals ergänzt durch „House of Cards“, das in den USA auf dem Streamingdienst „Netflix“ zu sehen war. Bis zu 100 Millionen soll Netflix investiert haben, um HoC zu produzieren. Kein Geringerer als der zutiefst beeindruckende Kevin Spacey ist in der Hauptrolle des intriganten Kongressabgeordneten Frank Underwood zu sehen. Ab 1. Februar 2013 konnte man alle 13 Episoden der ersten Staffel gleichzeitig bei Netflix laden. Fast zeitgleich konnte der geneigte deutsche Sky-Kunde die Folgen voll synchronisiert anschauen. Eine weitere Eigenproduktion von Netflix ist „Lilyhammer“, eine ziemlich abgedrehte Serie um einen amerikanischen Ex-Mafioso, der im Rahmen des amerikanischen  Zeugenschutzprogramms nach Lillehammer auswandert, weil er das nach eigenen Aussagen von den Olympischen Spielen 1994 kennt und irgendwie mag. Doch der ehemalige New Yorker Gangster (herrlich gespielt von Steven van Zandt, dem Gitarristen aus Bruce Springsteens „E-Street-Band“) wird natürlich kein braver norwegischer Immigrant, sondern legt sich ziemlich schnell mit manch schrägem Einheimischen an.  Jim Jarmusch lässt grüßen. Und die Sopranos auch.

Ja, und dann warten natürlich alle Serienjunkies auf das große Finale: Was wird aus Walter White? Wird sein Schwager Hank ihn doch noch kriegen? Und was wird aus Jesse, Skyler, Marie und Saul Goodman? Die vielleicht beste Serie aller Zeiten – „Breaking Bad“ – geht im Sommer in ihre letzte und entscheidende Halbstaffel. Und bis dahin wird man mit allerlei halbgaren Spekulationen über das Serienende gefoltert, mit Berichten vom Set oder mit Tweets von Jesse Pinkman-Darsteller Aaron Paul:

 

Oder man vertreibt sich die Zeit mit hübschen Grafik-Design-Projekten wie der Argentinier Andrés Piombo, der ein paar Charaktere aus Breaking Bad in Szene gesetzt hat. Mein Favorit ist dabei ganz klar Hector Salamanca, den ich ohnehin für die atemberaubendste Figur aus BB halte. Und der mir gezeigt hat, welche inszenatorische Kraft ein harmlose Klingel am Rollstuhl eines Psychopathen entfalten kann. Ding!