Püntenell

Püntenell, der Hahn

Die Liebste und ich verbringen ein paar Tage in Groningen. Wir haben per Airbnb eine hübsche kleine Wohnung auf dem Lande gemietet, wo uns Hühner, Perlhühner, Hund und Katze beim Frühstück zwischen den Beinen herumlaufen. Wir fahren jeden Tag mit dem Auto zu einem Park&Ride-Platz und von dort mit einem schnellen Bus hinein in die Stadt. Da das DAB-Funksignal von Deutschlandfunk Nova nicht bis nach Groningen reicht, haben wir im Autoradio irgendeinen holländischen Sender eingestellt, der in schöner Regelmäßigkeit auch Werbespots ausstrahlt. Wir sind das als verwöhnte Deutschlandfunk-Hörer nicht gewohnt, aber trotzdem ganz Ohr und versuchen aus dem schnell gesprochenen Niederländisch Sinnfetzen zu erhaschen. Besonders angetan hat es uns das Wort „Püntenell“, das quasi in jedem zweiten Spot vorkommt. Wir fragen uns, ob das vielleicht irgendein für die Werbesprache wichtiges Adjektiv ist. Etwas, das Dinge und Waren besonders anpreist, womöglich in Umgangssprache. Vielleicht die holländische Entsprechung für „knorke“ oder so etwas: „Kaufen Sie unseren neuen Toaster. Der ist echt püntenell!“. Das geht tagelang so. Eine Recherche mit Google-Übersetzer bringt keine zufriedenstellenden Ergebnisse: Es püntenellt so vor sich hin und wir sind weiter ahnungslos. Bis es endlich bei der Liebsten klick macht: Und zwar bei einem Werbespot von Kaspersky Labs. Am Schluss des Spots wird der Hörer gebeten, doch mal im Internet bei Kaspersky vorbeizuschauen: WehWehWehKasperskyPüntenell.

Ja ja, ganz recht: Püntenell ist nichts anderes als die länderspezifische Top-Level-Domain der Niederlande: „.nl“. Kurzzeitig überlegen wir, den stolzen Hahn in unserer Ferienwohnung Püntenell zu taufen. Der sieht nämlich echt voll püntenell aus:

Püntenell, der Hahn