Michael Braungart: Weniger schlecht ist nicht gut!

Für den Youtube-Channel des Stifterverbandes haben wir eine kleine und – wie ich finde – großartige Reihe mit dem Chemiker Michael Braungart produziert. Normalerweise habe ich es gar nicht so dicke mit Umwelt- und Öko-Themen. Seit man mich als Jugendlichen Anfang der 80er-Jahre mit dem Waldsterben und der dazugehörigen Weltuntergangsstimmung zu Tode erschreckt hat, bin ich ein wenig immun gegen die Stimmen, die da immer mahnen und warnen.

Aber genau da setzt Michael Braungart an: Er macht sich selbst über diejenigen lustig, die immer mit den Augen rollen und jammern: „Was haben wir Mutter Erde nur angetan!“ Braungarts Kritik an unserem Leben und Wirtschaften kommt klar und hart. Sein Diktum, dass wir in Sachen Umweltschutz immer lediglich versuchen, weniger schlecht statt gut zu sein, hat mir, trotz aller Schlichtheit dieser Erkenntnis, irgendwie die Augen geöffnet. Denn es stimmt ja: Unsere Bemühungen um Energiesparen oder ökologisch korrektes Verhalten sind oft ja nur der Versuch, uns selbst zu beruhigen. Braungart nennt es „Beschäftigungstherapie“. Global gesehen ist das alles nur ein Furz im Weltall, so lange wir nicht den ehrlichen Versuch unternehmen, unser Dasein auf Erden nicht als schädlich, sondern positiv zu begreifen.

Hier macht Braungarts „Cradle-to-cradle“-Konzept Mut. Allen, die das übliche Gerede vom Reduktionismus und vom Menschen als Verursacher allen Übels nicht mehr hören können, empfehle die folgenden drei Videos. Manchmal macht er einem ein bisschen Angst („Phosphor!“) und dennoch betrachtet man die Welt am Ende etwas positiver.

Video 1: „Wir rollen immer die Augen und sagen: Was haben wir Mutter Natur angetan! Aber warum haben wir die Natur zerstört? Weil sie nicht freundlich zu uns war.“

 

Video 2: „Es braucht wirklich eine echte industrielle Revolution und nicht nur eine Perfektionierung des Bestehenden.“

 

Video 3: „Die traditionelle Nachhaltigkeit sagt, dass der Mensch eine Bürde ist für den Planeten.“