Lieblingsfarben und Tiere | EoC-Links, 3.10. 2014

Im eigenen Museum 〉taz

„So ausgefeilt es textlich ist, so festgefahren klingt die Musik – es gibt in den zehn Songs wirklich keinen einzigen Überraschungsmoment.“

Jens Uthoff hat nicht ganz unrecht. Es ist halt eine typische EoC-Platte. Aber was hätten sie denn auch machen sollen: Jazzrock spielen?

Der Charme des Berechenbaren 〉dpa
Wer EoC haben will, muss auch EoC bekommen. Findet auch die dpa.

„Wer von einem neuen Album des Berliner Quartetts Element Of Crime eine grundsätzliche Kursänderung erwartet, hat das Prinzip nicht verstanden. Die Band pflegt ihre Nische, und zu Recht: Schöne Popmusik mit tollen Texten kriegt hierzulande niemand besser hin. Da ist er also wieder, dieser vertraute Sound. Eine charmante Mixtur aus Schrammelpop, Seemannslied, Akkordeon-Walzer und Rumpel-Folk, dass einem ganz warm wird ums Herz.“

Regeners wundersame Momente 〉ZEIT online
Thomas Winkler will sich an Sven Regeren „annähern“, aber so richtig gelingt ihm das nicht. Entweder wärmt er olle Kamellen auf („Wutrede“) oder er wundert sich über Regeners Andersartigkeit, die er aber als Frühvergreisung denunziert. Regener Weltfremdheit  zu attestieren, kann eigentlich nur jemand, der seine Texte nicht genau liest. Denn Sven Regener schaut dem Leben ganz genau auf die Finger. Und dazu muss man nah ran gehen.

„Gleichsam kultiviert Regener eine wissende Weltfremdheit, einen zwinkernden Ekel vor der Moderne. Er findet damit ein Publikum, das sich gut zurechtfindet in dieser Welt, aber doch gern einen ironischen Sicherheitsabstand ziehen möchte. Distinktion durch bloß behauptete Differenz.“

Element Of Crime: Lieblingsfarben und Tiere 〉Wiener Zeitung
Ja, zuhören muss man schon:

„“Lieblingsfarben und Tiere“ verzichtet auf jegliche Instant-Hits und leistet sich die Anmaßung, Erlebniszeit zu fordern. Eine interaktive Platte also in dem Sinne, als sie erst mit der tätigen Zuwendung des Hörers ihre Stärken offenbart: Ihre formale Geschlossenheit bei besonderer stilistischer Vielfalt und etwa auch das sichere Zusammenspiel von Melodien und Stimmungen – oder die sehr ordentliche Dynamik, die noch mehr als schon bisher auf den primären Träger des EOC-Sounds, nämlich Jakob Iljas Gitarre, baut.“

„Die Freaks sind immer da“ 〉The European

„Regener: Man muss sich mal vor Augen führen, wie langweilig dieser Rock&Roll-Lebensentwurf auf Dauer werden kann. All die alten Rockstars à la The Who, David Bowie oder Mick Jagger haben das ja nach außen gelebt, aber sich nach der Tour aufs Land in ihre Cottage Houses zurückgezogen, wo sie dann die Rosen zurechtschnitten. Dann wieder auf Tour und anschließend wieder Rosen schneiden. Hin und her – wie die Wikinger. Das ist so etwas wie eine Quartalsbesoffenheit. Davon will das Publikum aber nichts wissen.

The European: Wieso?
Regener: Man will dem Künstler als Künstler begegnen, das überhöht ihn ja auch. Die Enttäuschung ist groß, wenn man feststellt, dass diese sagenumwobene Gestalt genauso langweilig ist wie wir alle und sich nur dadurch auszeichnet, dass sie gewisse Dinge gut festhalten kann.“

Element of Crime: Lieblingsfarben und Tiere 〉RP online

„Man kriegt Lust auf Sprache, wenn man Regener zuhört, man muss sich nur mal den Titelsong genauer ansehen. Eigentlich kann kein Mensch so etwas singen, ohne dass es hölzern wirkt und doof. Aber Regener kann das: „Schön dass du persönlich an der Tür/ Die Klingelleitung testest/ Du hast recht, da ist technisch nicht alles 1a/ Im Schwachstromsignalübertragungsweg/ Gibt es Durchleitungsprobleme/Doch wer wirklich zu mir will, kommt damit klar. “ „