In der Podcastosphäre

Ich habe Podcasts entdeckt! – Das ist natürlich Quatsch. Ich kannte Podcasts ja auch schon vorher. Was ich meine: Ich habe Podcasts entdeckt, aber so richtig.

Ich mache kaum noch etwas anderes als Arbeiten und Podcast hören. Ich laufe mit abwesendem Blick und weißen Stöpseln in den Ohren durch die Gegend. Zum Glück habe ich auch an meinem Fahrrad eine Halterung für mein Smartphone und kann deshalb auch auf meinen ausgedehnten Fahrradtouren ausschließlich Podcasts hören. Neulich bin ich mit dem Rad zur Jahrhunderthalle in Bochum gestrampelt, aber eigentlich war ich mit den Jungs vom „Schöne Ecken“-Podcast in Oviedo. Lange Zugfahrten vergehen wie im Flug, wenn man dem unterhaltsamen Gegackere von @Holgi in der Wrintheit zuhört, Matthias Fromms Jung-Wissenschaftler-Gesprächen oder Nikolas Semarks Elementarfragen.

Was für ein unglaublicher Reichtum in dieser Podcastosphäre herrscht! Und ich hab‘ von all dem bisher nichts gewusst! Hey, da sitzen ein paar gescheite Jungs und schwatzen drei Stunden am Stück über Macs. Und das alle paar Wochen. Ohne Musik. Im herkömmlichen Radio muss ja immer schon nach zwei Minuten Wortbeitrag irgendein Geschrammel laufen.

Dieser Tim Pritlove scheint ja geradezu in einem Aufnahmestudio zu leben. Christian Bednarek von der Hörsuppe macht offensichtlich nichts anderes, als Podcasts zu hören und darüber zu berichten. Schon in den frühen Morgenstunden sendet er einem die ultimative Tages-Podcast-Vorschau in den Podcatcher. Nicht zu vergessen die sehr professionell daherkommenden Geeks um Marcus Schuler oder die sympathischen Analytiker Michael Seemann und Max Winde.

Und dann noch all das Ungehörte: Fußballpodcasts, Ernährungspodcasts, Literaturpodcasts, Genderpodcasts. Und das alles gemacht von mehr oder weniger medientauglichen Menschen, abseits der großen Medienmaschinerien, ohne Einschaltquotendruck oder Klickratenterror. Nur einen Flattr-Button haben sie fast alle und fast alle zurecht. Schließlich kostet halbwegs gut klingendes Podcasting ja auch Geld.

Screenshot Instacast HD

 

Zum momentanen Extrem-Podcast-Hörer hat mich eine kleine App namens Instacast gemacht. Dieses Teil kommt erst ein bisschen kryptisch daher, aber erweist sich bei näherer Beschäftigung als fast perfekte Podcast-App. Podcasts zu suchen, zu abonnieren oder zu managen ist mit diesem Teil eine wahre Freude. Man bekommt die App sowohl fürs iPhone als auch fürs iPad, und was das Schönste ist: Man kann beide Devices über die iCloud synchen. Das betrifft nicht nur Abos, sondern geht bis zur Synchronisation der Zählerstände im aktuell gehörten Podcast. Nicht schlecht, wenn man sich das iPhone greift, um nach draußen zu gehen, und an genau der Stelle weiterhören kann, an der man gerade das iPad ausgeschaltet hat. Selbstredend beherrscht sie auch Airplay, um den Podcast bei Bedarf auch per AppleTV an die große Anlage zu streamen. Bei mir läuft jedenfalls zum Frühstück nicht mehr WDR2, sondern immer öfter der Hörsuppe-Vorcast. Nur Flattrn kann man nicht mehr per Instacast, seit Apple Flattr die rote Karte gezeigt hat. Aber wer weiß: Vielleicht ist da noch nicht das letzte Wort gesprochen.

 

5 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Genau so geht es mir auch. Schön dass Du auch infiziert bist. Es gibt aber auch einfach viel guten Audio-Content in der Podcastsphere. Ich höre zusätzlich zu den Grasswurzel-Podcasts auch viele abonnierbare Sprachinhalte von öffentlich-rechtlichen (die drei Wellen des Deutschlandradios, WDR5, SWR2, ARD Radiofeature etc.). Zusätzlich zu den von Dir genannten finde ich noch den Omegatau Podcast, AstroGeo, Hoaxilla, das Medienradio, Wikigeeks, Alternativlos sowie Bits und so sehr empfehlenswert. Und natürlich alles aus der Metaebene. Weil das alles zusammen echt viel Hörstoff ist, bin ich über eine Smartphone-Funktion besonders froh: Das Abspielen in 1,5- bzw. 2,0-facher Geschwindigkeit. Viel Freude und neue Erkenntnisse weiterhin beim Hören!

  2. Moin Michael!

    Auch an dieser Stelle noch einmal ein Dankschön, für den Link auf mein kleines Podcast-Experiment!

    Für mich sind Podcasts mittlerweile nach Blogs der wichtigste extensive Informationskanal, und hat mittlerweile auch über 50 Abonnements im Feedreader/Podcatcher.

    Cheers,
    Matthias

  3. Sehr schöner Beitrag, kann die Beteiligung sehr gut nachvollziehen (wenn ich auch ein Jahr früher „dran“ war). Dieses Projekt hier eignet sich prima, um noch viele andere, hörenswerte Podcasts schnell zu entdecken: http://www.podpott.de

  4. @Henning:
    Ja, so ein paar gute Radiosender versuche ich auch noch abzuscannen, aber dazu fehlt dann irgendwann wirklich die Zeit. Das ARD-Radiofeature finde ich grandios: Da merkt man dann auch, dass da Audio-Profis am Werke sind. – 2-fache Geschwindigkeit? Hm, muss ich auch mal probieren.
    @Matthias:
    Du bist ja nicht nur Hörer, sondern auch umtriebiger Producer – Wahnsinn: wie kriegst Du das alles geregelt?
    @rstockm:
    Jo, den Podpott finde ich auch witzig. Habe heute mal was per Instacast/Twitter eingereicht, was erstaunlich gut funktioniert. Bin gespannt, wie sich die Plattform entwickelt. Ich finde, es ist so etwas wie Quote.fm für Podcasts.

  5. Pingback: Lesenswertes aus der Woche 24 | warndorf Konzept, Text & PR - Büro für Kommunikation