Godzilla vs. Gigabyte (1114)

Ein Großer wurde in den (einstweiligen) Ruhestand geschickt: In dieser Woche konnte man Harald Schmidt (als Sky-Abonnent) letztmalig in seiner Show bewundern. Da verschenkte er Requisiten aus seiner Show an die Zuschauer, spielte mit Olli Dittrich Stadt-Land-Fluss und kredenzte seinen Gästen in der finalen Sendung Würstchen mit Kartoffelsalat. Das Ganze ging so herrlich unsentimental über die Bühne (immerhin waren es insgesamt 19 Jahre HSS), dass man fast vermuten könnte, dass Harald Schmidt kommende Woche in irgendeinem anderen Spartensender unvermittelt wieder auftaucht. Wahrscheinlich aber braucht er gar keinen Sender mehr: Schmidt würde großartig im Web funktionieren. Ein gut gemachter Youtube-Kanal wäre der nächste logische Schritt für den Late-Night-King. Sky selbst hat das wohl ein bisschen spät erkannt und streamte erst die Abschiedssendung über YouTube. Schmidt hatte dafür nur noch Häme übrig: „Da denken die Leute bestimmt: ‚Oh, da ist eine Show, die gibt es jetzt nicht mehr. Da werde ich mir mal direkt ein Sky-Abo holen‘.“

Küchenenergie
Philipp Banse hat im Küchenradio eine hörenswerte Sendung zur Energiewende gemacht. Holger Krawinkel, Energieexperte beim Bundesverband der Verbraucherzentralen, erklärt, warum Strom-Konzerne wie RWE und Vattenfall verschwinden werden wie Dampflok-Fabriken. Und warum es gar nicht so unwahrscheinlich ist, dass wir schon in ein paar Jahren den Strom, den wir benötigen, selbst produzieren und speichern werden.

Echsenfluch
Der Filmwissenschaftler Jörg Buttgereit ist der Meinung, dass es nur einen Grund geben kann, warum die Japaner nie den Mut verlieren, auch nicht angesichts größter Katastrophen: Godzilla. Die Riesenechse ist so etwas wie ein ewiges Katastrophensymbol: Sie ist unbesiegbar und sie taucht ab und zu aus den Fluten auf, um zu zerstören. Damit muss man als Japaner eben leben.

Bartstadramus
Die „Simpsons“ bringen es mittlerweile auf stolze 25 Staffeln. Simon Singh hat uns schon klargemacht, dass in dieser Serie mehr Mathematik als in jeder anderen steckt. Hinzu kommt: Die Simpsons haben schon frühzeitig technische Entwicklungen gezeigt, die heute für uns ganz normal sind: Die Mini-Kamera GoPro zum Beispiel, die automatische Korrekturfunktion auf dem Handy, 3D-Druck und vieles mehr.

Entspannen auf dem Motherboard
Trotzdem hält sich das Wissen vieler US-Amerikaner über Technik doch sehr in Grenzen. So glauben viele, HTML sei eine durch Sex übertragene Krankheit. Nicht wenige halten ein Gigabyte für ein Insekt aus Südamerika, USB wird für ein Landeskürzel gehalten und ein Motherboard für ein Deck auf einem Kreuzfahrtschiff. Amerika, Du hast es besser.

Bajuwarische Schnappatmung
Das alles überstrahlende Thema in der vergangenen Woche war der Fall Hoeneß. Die schnappatmungsverursachenden Summen, um die es im Laufe der Woche ging, hatten offensichtlich so manchem Journalisten das Hirn derart vernebelt, dass keiner mehr so richtig nachgefragt hat, welche Rolle Hoeneß wirklich gespielt hat. Kann ein Privatmann, der im Hauptberuf ein Groß-Unternehmen managt, sich en passant zeitweilig 150 Millionen zusammen spekulieren? Und was ist das für eine fromme Legende, von den 20 Mio. Spielgeld vom damaligen Adidas-Chef? Und warum hat die Verteidigung ganz schnell alle im Raum stehenden Summen akzeptiert? Man muss kein Verschwörungstheoretiker sein, um zu vermuten, dass in den Tiefen dieses Falls noch ganz andere Bomben schlummern. Nicht viele haben in der vergangenen Woche etwas genauer nachgefragt, wie z.B. Bruno Schletti vom Schweizer Tagesanzeiger oder Wolfgang Michal auf Carta. Aber wer weiß: Vielleicht geht das Ganze ja jetzt erst richtig los.