Ellopopello | Links, 5.10. 2014

Die Strategie hinter der Apple-Watch | Jan Tißler
Jan Tißler vermutet, dass Apple mit der Watch versuchen wird, die Marke Apple in ganz neuen Märkten zu verankern. In seiner Lesart ist die Watch dann weniger ein Tech-Gadget als hochpreisges Mode-Accessoire. So ganz mag ich ihm nicht zu folgen: Ein hochpreisiger Pulsmesser mit sündhaft teurem Edelstahl-Glieder-Armband? Ein Schrittzähler mit edlem Lederarmband? Die entscheidenden Fragen stellt er selbst:

„Wer sich eine hochwertige, mechanische Armbanduhr kauft, kauft sich damit oftmals eine Wertanlage und etwas, was sich sogar vererben lässt. Eine Rolex von 2014 mag 2114 sogar wertvoller als heute sein. Aber eine Apple Watch? Wie will das Unternehmen verhindern, dass die bisherigen Modelle sofort entwertet werden, wenn der Nachfolger präsentiert wird? Diese Frage ist bislang vollkommen offen.“

Immer sachte mit den jungen Pferden: Ello | sinnundverstand.net
Ellopopello. Ich habe mich dort angemeldet, weil mein Lieblingstwitterer @HuckHaas nicht mehr auf Twitter ist, sondern jetzt bei Ello seine Späße treibt. Ich weiß zwar nicht, warum er das macht, aber jetzt bin ich auch bei diesem Ello. Da sind alle anderen auch schon, die man so von Twitter et.al. kennt. Irgendwie ein wenig öde. Da kann man ja direkt bei Twitter bleiben. Aber die gelten ja als böse, seit sie mit ihrem Dienst Geld verdienen wollen. Habe bei App.net schon nicht recht verstanden, was daran besser sein soll. Na ja, vielleicht ist Ello ein wenig mehr Erfolg beschieden. Für den Anfang sieht es ganz nett aus. Katzencontent halt. Und schlecht fotografiertes Essen. Und @huckhaas natürlich.

„Ello ist in der aktuellen Form eher vergleichbar mit Twitter (ohne Zeichenbegrenzung), Medium oder Tumblr. Wer weiß, was daraus wird. Lasst die Leute bei Ello mal arbeiten.“

„Aussieben von Schule kann nicht Aufgabe von Schule sein“ | sueddeutsche.de
Der Herr Mayer-Schönberger ist so ein Tausendsassa aus Österreich, der in Oxford ein Professor für Internetzeugs ist. Neulich sah ich ihn in Berlin beim Kommunikationskongress der Pressefuzzis, wo er eine sehr beeindruckende Keynote zu Big Data hielt. Ja, dachte ich, so muss ein ein Akademiker eine Rede halten: kurze, prägnante Geschichten, klug bepowerpointet, witzig rüber gebracht. In diesem Interview mit der Süddeutschen regt er an, Lehrer sollten Big Data nutzen, um die Lernfortschritte von Schülern besser beurteilen zu können. Ich glaube, er hat mit allem Recht, aber genauso gut könnte man fordern, dass alle Amerikaner ihre Waffen abgeben müssen.

Das Bildungssystem ist ein Ökosystem, das sich mit Innovationen sehr schwer tut. Das liegt zum einen daran, dass Schulbuchverlage und Entscheider in der Bildung eher konservativ sind und Lehrmethoden oft auf Stereotypen, Präferenzen und Ideologie basieren. Aber auch viele Eltern sorgen sich, wenn ihre Kinder mit neuen Methoden konfrontiert werden, die noch nicht erprobt sind. Deshalb sträubt sich Bildungspolitik gegen Big Data und bleibt lieber beim Bewährten.“