Der Uni-Präsident schreibt

Einen wunderbaren Quatschsatz fand ich heute in der Deutschen Universitätszeitung (duz). Hier schreibt ein leibhaftiger Uni-Präsident zu Beginn eines sehr langen Textes folgenden Satz:

Eine Gesellschaft ist, vereinfacht gesagt, ein System aufeinander bezogener Rollen, in dem die Kompetenz zu Sonderaufmerksamkeiten trainiert wird.

In diesem Satz natürlich wird nichts vereinfacht, sondern bis zum Facepalm verkompliziert. Warum lassen Redaktionen solche Sätze eigentlich durchgehen? Warum schreiben hochdekorierte Uni-Präsidenten solche Sätze (oder lassen schreiben) ? Ich habe bis zum Schluss des Artikels versucht herauszufinden, was wohl eine „Kompetenz zu Sonderaufmerksamkeiten“ ist. Vielleicht habe ich es nicht herausgefunden, weil mir eben jene Kompetenz fehlt?

Constanze Kurz, 1. November 2013, Frankfurter Allgemeine Zeitung:
„Es ist ein Eindringen in die elektronischen Gehirne der Menschen, in ihr virtuelles Zuhause, bei dem sich die Spione nach Belieben umschauen können und bleiben, solange sie wollen. Die Regeln machen sie selbst, niemand schaut ihnen über die Schulter, Souveränitätsrechte fremder Staaten interessieren nicht, schon gar nicht die Privatsphäre der Opfer. Wen das nicht an marodierende Banden oder mafiöse Strukturen erinnert, der sollte sich die Deklaration der Menschenrechte noch mal zur Hand nehmen und über rechtsstaatliche Selbstverständlichkeiten sinnieren.“