Bombay Bicycle Club: A Different Kind of Fix

Höchste Zeit, ein Album zu loben, das ich jetzt schon wochenlang immer wieder komplett durchhöre, und das mich jedes Mal wieder neue Höhepunkte entdecken lässt. Die Rede ist von dritten Album des Bombay Bicycle Club: A Different Kind of Fix. Nachdem die vier Jungs aus Britannien 2009 ihr erstes, vielbeachtetes und vielgelobtes Indie-Rock-Album „I Had The Blues But I Shook Them Loose“ vorgelegt hatten, wagten sie mit „Flaws“ (2010) einen vollkommenen U-Turn in den Folk, nur um jetzt mit dem dritten Album wieder etwas völlig Neues vorzulegen.

Allerdings ist es fast unmöglich, dieses Gesamtkunstwerk in angemessenen Worten zu beschreiben, ohne ständig zu vergleichen: Hier klingen sie ein wenig wie Foals und da ein bisschen wie Coldplay in ihrer Frühzeit. Doch so richtig weiter führen solche Vergleiche nicht.

Jeder der dreizehn Songs ist eine eigene Welt. Kaum hat man als Hörer den Mut gefasst, die Ohren auf eine bestimmte Richtung einzuschwören, ereignet sich schon wieder etwas völlig anderes. Und trotzdem ist es unverkennbar BBC: fließend dominante Bassläufe, eine unerbittlich voranpeitschende Rythmusabteilung, dunkle satte Riffs, überstrahlt von sphärenhaften Synthieteppichen wie auf dem für mich ohnehin alles überstrahlenden „Bad Timing“.

Ihr großartiges Düsseldorfer Konzert (24.11.2011) begann die Band mit dem höchst eingängigen „Shuffle“ , das auf dem Album beweist, welche exzellente Qualität die Band mit ihrem vielstimmigen Gesang mittlerweile erreicht hat. Überhaupt der Gesang: Was Frontmann Jack Steadman mit seinem Organ zu leisten vermag, durfte er schon auf „Flaws“ ausgiebig demonstrieren. Auch auf dem aktuellen Album zeigt er, dass seine außergewöhnliche Stimme einen Großteil der Faszination BBC ausmacht.

Auf der Bühne in Düsseldorf, bei einem von nur drei Konzerten in Deutschland, waren Steadman und seinen Kumpanen ebenfalls hochpräsent, auch wenn die stimmlichen Qualitäten der Band unter Live-Bedingungen naturgemäß etwas litten. Die sonstigen Qualitäten der Live-Band BBC sind hingegen unbestritten: Wie knalltrocken diese Jungspunde ihre Musik  dem Publikum um die Ohren zu hauen verstehen, war schon ein großer Genuss. Und doch hatte man das Gefühl, dass noch viel mehr möglich ist: Gern hätte man sich gewünscht dass die Stücke, einmal ins Rollen gekommen, auch mal weiter rollen dürfen als auf dem Studio-Album. Headbanging inklusive.