Auf LSD mit David Fincher

David Fincher muss von seinen stilistischen Überzeugungen geradezu besessen sein. Ich mag mir gar nicht ausmalen, wie viel unendliche Detailarbeit darin stecken mag, Filmräume in ein so perfektes Licht zu tauchen wie in Se7en. Wie viel Wahnsinn gehört dazu, solche Kamerafahrten wie in den eisernen Katakomben des Gefängnisplaneten zu inszenieren? Wie schafft man es eigentlich, Figuren so geschunden und doch gleichzeitig so vital aussehen zu lassen wie Edward Norton in Fight Club, Sigourney Weaver in Alien oder Daniel Craig im Folterkeller von Martin Vanger?

Als ich hörte, dass David Fincher ein Remake von „Verblendung“ plante, hatte ich die schwedische TV-Fassung bereits gesehen und für richtig gut befunden. Mein erster Reflex war, dass „die Amis“ hier mal wieder nur einen guten Stoff für das Ami-Kino vereinnahmen wollten. Doch seit ich gesehen habe, was Fincher daraus gemacht hat, bin ich eines Besseren belehrt. Niemals werde ich wieder daran zweifeln, dass David Fincher einen guten Stoff nicht noch zu veredeln weiß. Wer es nicht glaubt, schaue sich nur die Eröffnungssequenz aus Verblendung an.